Bis zum letzten Sonnenstrahl

Bis zum letzten Sonnenstrahl

Noch einmal die sanfte Herbstsonne genießen, bevor der Winter in das Land zieht. Dazu bietet sich der wunderbar sonnige Weg auf der Südseite des Tennengebirges zwischen Mahdegg und Werfener Hütte an.
 Ein Artikel von Christian Heugl

Während die steilen Südanstiege in den Kalkbergen zur Zeit der großen Sommerhitze eher gemieden werden, haben gerade diese Routen jetzt im Spätherbst ihren großen Auftritt. Es kann gar nicht genug Sonne geben, selbst glühend heiße Latschengassen, in denen sich oft kein Hauch bewegt, haben ihren Schrecken verloren. Ganz im Gegenteil, die sonnenhungrigen Spätherbstwanderer sind auf der Suche nach solchen Wegen, an denen sich die schräg stehende Novembersonne geradezu anlehnt. Solch ein idealer Spielplatz für Sonnenanbeter befindet sich auf der Südseite des Tennengebirges zwischen der Mahdeggalm und der Werfener Hütte.

Zwischen diesen beiden unterschiedlichen Häusern liegen nicht nur 750 Höhenmeter, sondern gleich ganze Welten. Die 1.202 Meter hoch gelegene Mahdeggalm ist in eine romantische Bilderbuchlandschaft eingebettet, in der es beinahe alle Annehmlichkeiten des Almlebens im Überfluss gibt. Grüne Wiesen, kühle Wälder, Quellwasser und Sonnenschein. Letzteres, also Sonnenstrahlen bis zum endgültigen Abtauchen in das Steinerne Meer, gibt es auch auf der knapp 2.000 Meter hoch gelegenen Werfener Hütte mehr als genug. Aber sonst ist vieles Mangelware. Das Wasser kommt auf dem direkten Weg von den Regenwolken in die Zisterne und wird dort gesammelt, die Wälder und Wiesen breiten sich tief unten aus. Und trotzdem erschließt auch diese verwegene Hütte hoch über den Wolken ein kleines Paradies. Einzigartig ist der Logenplatz Auge in Auge mit dem grandiosen Hochkönigmassiv auf der anderen Salzachseite. Dazwischen nur die wunderbare Herbstluft zum Angreifen und vielleicht noch ein paar Dohlen oder der eine oder andere Paragleiter im Aufwind. An solch schönen Spätherbsttagen ist die Chance groß, dass auch der Hüttenwirt noch einmal in sein Reich über den Wolken heraufsteigt, um nach dem Rechten zu sehen. Natürlich wird dann aufgetischt, gelacht und erzählt. Zu diesen beiden besonderen Orten, der Mahdeggalm im grünen Bereich und dem Adlerhorst Werfener Hütte unter dem felsigen Hochthron, führt ein gut gesicherter Wandersteig.

Foto: Gerhard Hafner

Der Hüttenwirt Gerhard Hafner von der Werfener Hütte in seinem Sonnenreich.

Fotos: Christian Heugl

Das Tennengebirge von seiner schönsten Seite. Der Blick von der Mahdeggalm Richtung Fieberhörner.

Der Blick vom Tanzboden Richtung Hochthron. Die Werfener Hütte befindet sich am höchsten Punkt der grünen Latschenzone.

Zur Mahdeggalm (Tour 1)
Ausgangspunkt ist der knapp 1.100 Meter hoch gelegene Parkplatz Unterholz im Gemeindegebiet von Werfenweng. Der beschilderte Waldweg 33 zur Mahdeggalm gewinnt rasch an Höhe, nach 30 Minuten ist das idyllische, ehemalige Forst- und Jagdhaus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, erreicht. Das stimmungsvolle Marterl auf der Anhöhe vor der Hütte wurde zur Erinnerung an zwei verunglückte Alpinpolizisten errichtet. Zum Mahdegg gelangt man auch direkt aus dem Ort Werfenweng. Der Anstieg führt am Zistelberghof und am Samerhof vorbei, der Rückweg kann dem bequemen Wirtschaftsweg folgen (ges. Gehzeit 3 Std.).

Gehzeit gesamt: 1 Std.
Länge: 2 km
Höhenmeter: 150 Hm
Charakter: familientaugliches Wandergelände

Zur Werfener Hütte (Tour 2)
Vom Parkplatz Unterholz führt der Weg am Alpengasthof Mahdegg vorbei und folgt nun der Route 221 „Werfener Hütte über Tanzboden“. Bei einer Abzweigung verläuft der Weg nach rechts und kommt bald an einer Quelle vorbei, an der immer ein paar Kanister zum Auffüllen und Mitnehmen bereitstehen. Der Hüttenwirt freut sich und das wichtigste Lebensmittel der Welt, über das wir sonst im Überfluss verfügen, bekommt plötzlich ein neues Gewicht. Ab dem Tanzboden, einer schönen Weide, die zur Elmaualm gehört, wird der Weg wieder zusehends steiler. In vielen Serpentinen geht es zur Werfener Hütte hinauf, die schon von Weitem sichtbar ist. Eine Variante für den Rückweg bietet sich mit dem Weg 227 an, der unter den Felswänden Richtung Griesscharte nordwestwärts hinüberquert. Diese Steigführung wurde zwar vom Hüttenwirt und seinen Helfern entschärft, ist aber doch noch um einiges anspruchsvoller als der Rückweg über den Anstieg.     

Gehzeit gesamt: 4,5 Std.
Länge: 7,5 km
Höhenmeter: 1.000 Hm
Charakter: Mittelschwierig. Die gepflegten, mitunter steilen Steige erfordern Trittsicherheit.   

Info: www.werfenerhuette.at

Kartographie: Outdoor Active GmbH
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