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Der König aus dem Pongau

Ein Artikel von Bernhard Schlag

Orgelwagen „Musica Rigal vnd possetif“ Foto: Reproduktion/Wiki Commons

Orgelwagen „Musica Rigal vnd possetif“
Foto: Reproduktion/Wiki Commons

Paul Hofhaimer, monarcha organistrum, König der Organisten, wurde am 25. Jänner 1459 in Radstadt als Sohn einer bekannten Organisten- und Musikerfamilie geboren. Bereits in jungen Jahren erfuhr er am Kaiserhof seine musikalische Ausbildung und wirkte ab 1490 als „obrigster organist“ für Maximilian I. Für sein hochgeschätztes Talent wurde er nicht nur geadelt, sondern auch in den berühmten Holzschnitten vom Triumphzug Kaiser Maximilians in einem eigenen Orgelwagen „Musica Rigal vnd possetif“, gezogen von einem Dromedar dargestellt. Nach dem Tod des Kaisers kam er über Umwege in den Dienst des Salzburger Erzbischofs Kardinal Matthäus Lang von Wellenburg. Hier pflegte er den persönlichen Kontakt zu Paracelsus, der das Talent des Domorganisten mit Albrecht Dürer in der Malerei verglich. Dürer fertigte übrigens auch ein Portrait des Musikers an.

Gedenktafel in Radstadt

Gedenktafel in Radstadt

Hofhaimer war ferner Zeitzeuge des großen Bauernaufstandes, der am 2. Juli 1526 in der Schlacht nahe seiner Geburtsstadt ein Ende fand. 1537 betrauerten seine zahlreichen Schüler, die Paulomimen, den Tod des bedeutendsten Organisten seiner Zeit und ersten Salzburger Komponisten europäischer Geltung. Der Pongauer Organist, Orgellehrer und Odenkomponist fand auf dem Friedhof Sankt Peter seine letzte Ruhestätte. Ihm zu Ehren wird seit 1987 in Radstadt, der „Alten Stadt im Gebirge“ ein hochkarätiges Musikprogramm angeboten, die Paul Hofhaimer Tage. Dieses Festival für Alte Musik und Neue Töne ist seit Jahren ein Geheimtipp unter Musikliebhabern.

Für Elisabeth Schneider, Geschäftsführerin vom Kulturverein Das Zentrum sind die Paul Hofhaimer Tage eine Veranstaltungsreihe, mit der sie und ihr Team versuchen, Urbanität nach Radstadt zu bringen und diese mit Vielfalt und Qualität zu verbinden. Mit der Maxime KULTUR vor ORT und KULTUR für ALLE gelingt es bereits zum 33. Mal, gemeinsam mit hochmotivierten Musikern alte Klänge mit neuen Tönen zu mischen.

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