josef prommegger

Durch Feuer und Flut

Notfalls einfach drei Nächte lang im Dienst: Pongauer des Jahres und Ortsfeuerwehrkommandant Josef Prommegger, hauptberuflich Inhaber und Geschäftsführer der Prommegger Baumanagement GmbH, steht mit der Freiwilligen Feuerwehr Großarl 1.300 Stunden pro Jahr ehrenamtlich im Einsatz.
Ein Artikel von Natalie Zettl

Die Motivation für Prommeggers außer-gewöhnliches Engagement ist so simpel wie beeindruckend: Menschen zu helfen. Dieses Anliegen bringt den 48-Jährigen dazu, die Rettung fremder Personen über seine eigene Sicherheit zu stellen, sich als Mitglied des Internationalen Katastrophenzuges auch im Ausland zu engagieren und die Verantwortung für – je nach Einsatz – bis zu 200 Helfer zu tragen. Für seine besonderen Leistungen, vor allem bei Katastropheneinsätzen während der Unwetter des Sommers 2017, wurde Prommegger im Oktober 2017 die Auszeichnung zum „Pongauer des Jahres“ verliehen.

Vor der Mure bis zum Krankenhaus-Semmerl
Es war sein bisher denkwürdigster Einsatz, so Josef Prommegger, als im Sommer 2017 das Großarltal nach starken Unwettern und mehreren Murenabgängen 30 Stunden lang von der Außenwelt abgeschnitten war. „Glück war, dass wegen einer Schauübung beim Feuerwehrfest die Feuerwehr St. Johann, das Rote Kreuz und die Polizei bereits in unserem Ort waren“, erzählt der Hauptbrandinspektor. Die Helfer blieben 48 Stunden lang. Unter anderem musste ein Hotel wegen Über-flutungsgefahr evakuiert werden. „Als ich danach durch den Haupteingang hinausging, ist mir schon die Ache entgegengekommen. Ich musste mich über den Garten retten“, erzählt Josef Prommegger und wirkt trotz der gefährlichen Situation, von der er berichtet, sehr ruhig. „Man gewöhnt sich daran“, antwortet er schulter-zuckend auf die Frage, ob er denn nie Angst habe. „Wir sind sehr gut geschult, da lernt man, mit gefährlichen Situationen umzugehen. Letztendlich ist der Impuls, jemanden retten zu wollen, meistens größer als die Angst vor Verletzungen.“ Während der Über-flutungs-Katastrophe 2017 verlor der Hauptbrandinspektor jedenfalls nie das Ziel aus den Augen – und sorgte dabei auch für Lösungen von eher unerwarteten Problemen: Der Großarler Bäcker, der das Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach mit Backwaren beliefert, konnte wegen der Muren am Morgen nach den Überflutungen nicht aus dem Tal hinausfahren. Dazu Josef Prommegger schmunzelnd: „Den Transport haben wir dann organisiert – schließlich ist das ja auch wichtig.“

Engagement schon in der Jugend
Essentiell für die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr ist der Nachwuchs, an dem es – zumindest in ländlichen Gegenden wie Großarl – keinen Mangel gibt, da die gut organisierten sozialen Aktivitäten der Einrichtung ehrenamtliches Engagement nahelegen. „Ich habe selbst so angefangen“, gibt Josef Prommegger preis. „Meine Freunde waren bei der Freiwilligen Feuerwehr, dann bin ich halt auch dazu gegangen.“ Sein erster Einsatz sei damals ein Brand auf einer Baustelle gewesen. „Nur dass es kein wirklicher war“, grinst Prommegger. „Jemand hat den hellen Lichtschein eines Heizgerätes gesehen und die Feuerwehr gerufen.“

Faszination Helfen
Etwas ganz Besonderes ist es für Josef Prommegger, wenn er erfährt, dass er jemanden erfolgreich vor großem Schaden bewahren konnte. Der Haupt-brandinspektor erinnert sich speziell an einen Fall: „Dadurch, dass meine Firma sehr nah am Feuerwehrhaus ist und ich auch in der Nähe wohne, bin ich fast immer der Erste vor Ort – oft sogar vor den Sanitätern. Einmal wurden wir zu einem schweren Verkehrsunfall gerufen, bei dem eine Verletzte aus dem Auto geschleudert worden war. Ich fand sie bewusstlos im Wald und habe, bis die Rettung eintraf, erste Hilfe geleistet und beruhigend auf sie eingeredet, obwohl ich angenommen habe, dass sie mich nicht hören konnte. Mehrere Wochen später ist die Dame dann zu mir gekommen und hat sich bedankt –  offenbar hat sie jedes Wort mitbekommen. Das sind Momente, die einem zeigen, dass man das Richtige tut.

Fotos: Mike Vogl – foto neumayr, FF Großarl
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