Gut beraten – richtig versichert!

Es gibt eine Vielzahl an Versicherungen – die Frage ist nur: Welche Versicherung ist die richtige, die die bestmögliche Absicherung bietet, zudem nicht allzu teuer ist und jedem Vergleich standhält?

Um das Thema Versicherungen, welche die richtige ist und wie man sie findet, mit einer Provokation zu beginnen, fragen wir einen Fachmann, den selbstständigen Versicherungsmakler, Clemens Reitz, Geschäftsführer der Rivest GmbH:

Wenn man, egal weshalb, mit einer Versicherung streiten muss, ist es dann nicht sinnvoll, bei einer anderen eine Rechtsschutzversicherung zu haben? Oder reicht ein guter Makler?

Es liegt natürlich auf der Hand, dass eine Rechtsschutzversicherung beim selben Versicherungsunternehmen keinen hohen Schutz für Rechtssicherheit bietet. Eine Versicherungsgesellschaft hat bestimmt kein Interesse, gegen „sich selbst“ zu streiten und dabei das volle Kostenrisiko zu übernehmen. Wir gehen hier noch einen Schritt weiter, denn wir empfehlen unseren Kunden ausschließlich Rechtschutzverträge bei reinen Rechtsschutz Spezialisten zu platzieren, die nur die Sparte Rechtsschutz am Markt anbieten. Nur dann ist wirklich gewährleistet, dass es zu keinem Interessenskonflikt kommt. Ein staatlich geprüfter und erfahrener Versicherungsmakler kennt die Schwächen und Stärken der einzelnen Versicherungsgesellschaften genau und kann aus der Fülle der Angebote das individuell geeignetste auswählen, jedoch darf er betroffene Kunden nicht vor Gericht vertreten, wenn es wegen unmotivierter Gründen seitens der Versicherungsgesellschaft zu ungerechtfertigten Deckungsablehnungen oder nur teilweisen Leistungsanerkenntnissen kommt. In solchen Fällen muss man als Kunde die Möglichkeit haben, gerichtliche Hilfe über einen Rechtsanwalt in Anspruch nehmen zu können – und zwar ohne Prozesskostenrisiko.

Können Sie ein – negatives – Beispiel für einen Streit mit einer Versicherung nennen?

Schadenaufwendungen sind die größte Kostenposition in der Bilanz von Versicherungen und dementsprechend hoch ist das Einsparungspotential bei der Geringhaltung von Schadenzahlungen aus Sicht des Versicherers. Es ist somit auch leicht nachvollziehbar, dass Versicherungen die Prozessherrschaft über den ganzen Schadenbehebungsprozess gewinnen und konsequent ausüben wollen, insbesondere in der Höhe der Reparaturkosten oder Ablösen. Erst im Oktober 2014 mussten wir einen Deckungsprozess gegen eine große österreichische Versicherungsgesellschaft einleiten, denn bei einem größeren Leitungswasserschaden in der Nähe von Salzburg im vergangenen Sommer wurden bei einer Schadenhöhe von insgesamt € 106.450,- zuerst lediglich € 30.000 anerkannt und erst nach dem 3.Gutachten und sieben Monaten später wurde schließlich die Versicherungsdeckung über die Gesamtschadensumme von Euro 106.450,- von der Versicherung schriftlich bestätigt. Trotzdem wurden aber bislang nur € 61.600 überwiesen und für die fehlenden € 44.650 sieht sich die Versicherung momentan nicht mehr als verantwortlicher Versicherungspartner. Weitere Details zu diesem Beispiel finden Sie gerne in unserem Blog auf www.passiertnix.com.

Welche sind die häufigsten Gründe dafür, dass Versicherungen die (vollständige) Schadensregulierung verweigern?

Dies ist vollkommen unterschiedlich, hängt aber vorwiegend davon ab, ob die zuständige Versicherungsgesellschaft Ihre Schadensbearbeitung regional, also im jeweiligen Bundesland, vornimmt, oder ob diese über sogenannte „zentrale“ Schadenservicestellen direkt in Wien oder sogar in anderen „Staaten“ für österreichische Kunden abgewickelt werden. Die meisten Differenzen treten deswegen auf, weil die Reparatur- oder Wiederherstellungskosten in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich hoch sind und Versicherungsgesellschaften ständig versuchen, aus geschäftspolitischen Gründen immer den billigsten Preis heranzuziehen. Die Praxis zeigt uns jedoch, dass jeder Privatkunde oder jedes Unternehmen spezielle regionale Anforderungen, individuelle Wünsche und Rahmenbedingungen hat. Nicht alle kann man vereinheitlichen: Es müssen die Bedürfnisse des Kunden genau definiert und umgesetzt werden. Ein reiner Fokus auf die Reduktion von Reparaturkosten durch tiefere Stundensätze ist falsch, nicht mehr zeitgemäß und löst das ursprüngliche Problem nicht ganzheitlich. Wir empfehlen daher immer eine Versicherungsgesellschaft zu wählen, welche die Schadenregulierung direkt vor Ort abwickeln kann und mit den örtlichen Preisen und Gegebenheiten bestens vertraut ist.

Was bedeutet Preis-Leistungsverhältnis bei einer Versicherung?

Der Schadenfall ist der „Moment der Wahrheit“, in dem sich für versicherte Kunden das abstrakte Leistungsversprechen der Versicherungsdeckung konkretisiert. Und nur im Schadenfall zeigt sich, was eine Versicherung wirklich wert ist. Der sich verschärfende Wettbewerb, die zunehmende Konzentration der Versicherer, sich international zu etablieren, eröffnet vielerlei Chancen und ebenso viele Risiken. Kaum ein Versicherungskunde ist in der Lage, die angebotenen Versicherungsprodukte und deren einzelne Inhalte zu vergleichen und im Anschluss den richtigen Versicherungsschutz auszuwählen. Im Ernstfall benötigt man einen Versicherungspartner, auf den man sich hundertprozentig verlassen kann, jedoch müssen bereits vorher und speziell in der versicherungstechnischen Platzierung die richtigen Weichen gestellt werden. Ein sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis erzielt man, indem man sich den Rat von Experten einholt, zum Beispiel bei staatlich geprüften Versicherungsmaklern oder zertifizierten Risikomanagern, die kompromisslos auf der Seite des Kunden stehen.

Welche Versicherung ist die richtige für mich? Wie wähle ich eine Versicherung aus?

Gute Frage. Dazu möchte ich ein bisschen ausholen, denn man muss sich vorstellen, dass in Österreich über 80 Versicherungsgesellschaften aktiv am Markt tätig sind. Alleine bei den zwanzig wichtigsten Versicherungsgesellschaften gibt es mehrere tausend Tarife. Die Unterschiede im Kleingedruckten sind riesengroß. Und der Preis ist nur eines von vielen Kriterien, denn im Falle eines Falles soll die Versicherung schließlich auch zahlen – und das schnell, unbürokratisch und ohne lästige Zeitbelastung. Wir sehen häufig am Beginn von neuen Kundenbeziehungen, dass diese oft in Kleinigkeiten überversichert sind, gegen die wichtigsten Risiken jedoch höchst mangelhaft oder falsch abgesichert sind. Auf dem Weg zu einem optimalen Versicherungsportfolio sollte jedenfalls keiner der nachstehenden Schritte ausgelassen werden:

1. Analyse des bestehenden Versicherungsbestandes

2. Risikoanalyse der spezifischen Risikosituation

3. Bewertung der existenzbedrohlichen Risiken

4. Bedarfsermittlung und Ausarbeitung eines Deckungskonzeptes

5. Ausschreibung des Deckungskonzeptes bei ausgesuchten Versicherern

6. Prüfung der Angebote, Nachverhandlung und Entscheidungsfindung

7. Versicherungstechnische Platzierung bei ausgewählter Versicherung

8. Kontrolle des Polizzendokuments

9. Schadenmanagement, Schadenerfassung, Schadenregulierung

10. Laufendes Risikomanagement und Polizzencontrolling

11. Kundenservice, Jahresgespräch

Herzlichen Dank für das Gespräch
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