Heilkraft des Honigs

Honig ist nicht nur das älteste Süßungsmittel der Menschheit, nachgewiesen ist vor allem auch die kräftigende Wirkung von Honig.
 Ein Artikel von Maria Riedler

Was wären wir ohne Bienen? „Wir alle sind Nutznießer der Bienen, deren Hauptzweck die Bestäubung der verschiedensten Pflanzen in der jeweiligen heimischen Region ist“, erklärt Imker Michael Maurer aus St. Johann. „Alle Bienenarten sind auch von großer Bedeutung für die Bestäubung von Wildpflanzen und tragen damit zur Erhaltung der Artenvielfalt bei“, ergänzt der seit 20 Jahren tätige Hobby-Imker. Der Schutz der Bienen ist Artenschutz. Die artgerechte Züchtung zu leistungsstarken Bienen ist ihm, wie auch allen anderen 500 Imkern im Pongau ein großes Anliegen. „Insgesamt haben wir im Pongau 4.500 Völker und 14 Imker-Vereine“, listet der Pongauer Imkerobmann Sepp Deisl auf.

Wir Menschen brauchen die Bienen dringend, denn etwa ein Drittel der menschlichen Nahrung ist direkt oder indirekt von ihnen abhängig. Dazu gehören die Produkte der Natur wie Obstbäume, Gemüse- und Futterpflanzen sowie viele wild wachsende Pflanzen. Die emsigen kleinen Sammlerinnen bestäuben gut 80 Prozent aller unserer Obst- und Kulturpflanzen. Ihr ökonomischer und ökologischer Wert ist unschätzbar. Nektar, Honigtau, Blütenstaub und Baumharze veredelt die fleißige Biene zu Blütenhonig, Waldhonig, Blütenpollen und Propolis, die uns als hochwertige und natürliche Nahrungs- und Heilmittel dienen.

Weisheit und Kraftspender

Michael Maurer

Michael Maurer

Honig ist bereits seit Jahrhunderten für seine heilende Wirkung bekannt. Dem Honig, so zeigt ein Blick in die griechische Mythologie, verdanken die Götter ihre Unsterblichkeit. Das gilt auch für die nordische Gottheit Odin, der seine Weisheit und Kraft aus dem Honig bezogen haben soll. Hippokrates, berühmtester Arzt des Altertums, wird in Sachen Honig schon etwas konkreter: Er wusste bereits von der fiebersenkenden Wirkung des Honigs und verwendete ihn auch bei offenen Wunden. Mittlerweile existieren viele Studien, die die heilende Wirkung des Honigs belegen. Honig wirkt entgiftend, stärkt das Immunsystem und regt die Selbstheilungskräfte des Körpers an. So wirkt er vorbeugend gegen viele Beschwerden und verstärkt die Wirkung von Heiltees. Honig wirkt zudem entzündungshemmend und wundheilend. Er lindert Hustenreiz und erleichtert die Atmung. Insgesamt hat er eine antibiotische Wirkung und hilft daher bei entzündlichen Magen-Darmerkrankungen. Wissenschaftlich nachgewiesen ist die Wirkung von Honig bei quälendem Husten von Kindern. Hier empfehlen Mediziner täglich drei Esslöffel Honig als Therapie. Bei Kindern unter einem Jahr soll Honig allerdings nicht angewendet werden, weil es zu speziellen Bakterienvergiftungen kommen kann.

Energiespender Honig

Honig stärkt die Nerven: Schon zwei Teelöffel Honig wirken entspannend. Gleichzeitig ist er ein Energiespender, macht fit und ist reich an bioaktiven Substanzen. Er enthält Flavonoide, Duft- und Aromastoffe, die wichtig für den Stoffwechsel sind. Das Naturprodukt verursacht keine Karies wie Kristallzucker, denn Honig enthält einen hohen Anteil Fruchtzucker, der eine um 80 Prozent geringere kariogene Wirkung hat als Haushaltszucker. Das Wundermittel ruft außerdem keinen Heißhunger auf Süßes hervor.

Fotos: www.kaindl-hoenig.com; einzelne Bienen: Alekss – fotoia.com
WISSENSWERTES

WISSENSWERTES
• Für 1 kg Honig müssen von den Bienen etwa 2-3 kg Blütennektar oder Honigtau gesammelt werden.
• Bienen „schwitzen“ Wachs in Form von kleinen Plättchen aus ihrem Körper.
• Ungefähr 1,25 Mill. solcher Plättchen ergeben 1 kg Naturwachs.
• Eine Biene kann etwa 45 mg Nektar im Flug tragen, dies füllt mit 100 Flügen etwa einen kleinen Fingerhut!
• Ein Bienenvolk in unseren Breiten kann heute ohne Imker nicht mehr überleben.

Emsige Bienen – emsige Imker

Um ein Kilogramm Blütenhonig zu produzieren, muss eine Biene den Nektar von mindestens drei Millionen Blüten sammeln und eine Flugstrecke zurücklegen, die einer sechsmaligen Erdumrundung entspricht. Übrigens fliegt eine Biene etwa 30 km/h schnell, bei ca. 150 Flügelschlägen pro Sekunde. Im Sommer besteht ein Bienenvolk etwa aus 80.000-100.000 Bienen! „Im Pongau ist die Carnica Biene die beliebteste“, weiß Maurer. „In St. Veit gibt es auch die dunkle Biene.“ Begehrt sind sowohl Blüten- als auch Waldhonig und immer mehr nachgefragt wird der Cremehonig, ein streichfähiger, gerührter Honig, der nicht mehr verflüssigt werden muss. Imker-Kurse zu besuchen, das liegt auch im Trend: „Die Nachfrage ist groß und auffallend dabei ist, dass auch immer mehr Frauen imkern und unsere Kurse besuchen. Ich schätze, etwa 20 Prozent der Imker im Pongau sind mittlerweile Frauen“, weiß der Obmann Deisl. Für viele steht dabei immer mehr auch der Umweltgedanke im Vordergrund. Das fachgerechte Betreiben der Imkerei ist enorm wichtig, auch wegen diverser Krankheiten, wie der Verschleppungsgefahr durch die Varroamilbe. Im Pongau sei heuer übrigens trotz des teilweise schlechten Wetters die Ernte durchschnittlich gut. „Wir müssen zufrieden sein, denn im Flachgau gab es eine Nullernte.“

Tödliche Falle

Sepp Deisl

Sepp Deisl

Neben schlechten Wetterbedingungen wie auch Hagel sind für die Bienen das größte Problem Monokulturen in der Landwirtschaft und zu frühe und häufige Mahden. „Gott sei Dank geht es uns da gut“, meint Michael Maurer. In Deutschland ist das teilweise ein Problem, vor allem wo Agrarwüsten mit ganzen Streifen von Raps- oder Maisanbau sind. „Das sind tödliche Fallen für Bienen.“ Unsere Imker leben jedenfalls im Kreislauf der Natur. „Wir freuen uns über jedes „Bleame“, das blüht, und über eine intakte Landschaft.“  Wer sicher sein will, ein qualitativ hochwertiges Produkt zu erwerben, sollte den Honig direkt beim nächsten Imker kaufen. Ein Honig, der vom Imker selbst nach möglichst wenigen schonenden Verarbeitungsschritten in das Glas gefüllt wird, ist besonders wertvoll, da er reich an Enzymen ist.  Unsere Imker schwören auf die gute Wirkung des Honigs aus der Region und empfehlen: „Jeden Tag ein Löffel Honig aus der Region, in der wir leben.“

TIPP

Die Ernährungswissenschafterin Renate Frank wies in einem von der EU geförderten Projekt nach:

Wer Honig isst …

• braucht weniger Schokolade
• erleichtert das Abnehmen
• schläft besser
• hat seltener Kopfschmerzen

Foto: Jag_cz – fotolia.com
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