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Junge Pongauer im Internet

Auf der Couch das Internet nach Neuigkeiten durchstöbern, mit dem Smartphone den Sonnenuntergang vom Berg posten: Webseiten, Blogs oder auch Social-Media, wie Facebook, sind in der modernen Kommunikation längst nicht mehr wegzudenken.
Ein Artikel von Maria Riedler

Sobald das Display leuchtet, geht der Griff zum Handy. Und nicht nur dann: Für viele Menschen gehört es zum Alltag, auf Twitter, Facebook, Instagram, Youtube und Co. nachzusehen, was der Lieblingsstar, die Lieblingsband oder die Freunde dort veröffentlichen. Häufig ist der Bildschirm des Smartphones, Tablets oder Laptops das Letzte, was man am Abend und das Erste, was man am Morgen sieht.

Was treibt uns dazu, vor dem Einschlafen und sofort nach dem Aufwachen alle unsere Social-Media-Accounts zu prüfen? Vermutlich schlicht und ergreifend die Angst, etwas zu verpassen. Wer will schon der Letzte sein, der von einem Ereignis erfährt? Richtig: niemand.

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Via Facebook halten die jungen Musiker Kontakt zu ihren Fans. Foto: Junge Pongauer Tanzlmusi

Kontakt mit Fans

Sympathisch lachen die sieben Musiker am Titelbild ihrer Facebook-Seite. Auch auf ihrer Website schaut es professionell aus: Hier kann man CDs der Jungen Pongauer Tanzlmusi (JPT) relativ einfach erwerben. Die Junge Pongauer Tanzlmusi kennt man mittlerweile auch ausserhalb des Pongaus. Die jungen Musiker, die sich vor zehn Jahren aus einem Blechbläserquartett im Zuge des Unterrichts am Musikum Bischofshofen zusammen getan und gefunden haben, sind in Wirklichkeit längst in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Sie arbeiten, wohnen oder studieren mittlerweile in Hannover, Wien, Linz, Graz, Salzburg und natürlich auch im Pongau. Fünf der Musiker haben die Musik zu ihrem Beruf gemacht. Sie arbeiten in der Staatsoper Hannover, im Stadttheater Klagenfurt, im Musikum Salzburg, an der Landesmusikschule in Nieder-österreich oder als Musiklehrer im Gymnasium.

„Das Internet samt Facebook, Homepage, Youtube und vieles mehr spielt in der heutigen Zeit natürlich eine große Rolle“, betonen sie. Stefan, Thomas und Andreas Fleißner, Migu Krimplstätter, Thomas Weiß, Christoph und Bernhard Klieber sehen das Internet als Plattform, wo sie sich präsentieren und mit ihren Fans in Kontakt sein können. „Die große Reichweite ist garantiert und wir gewähren vor allem auf Facebook immer wieder auch tiefere Einblicke. Da posten wir dann etwa was und wie wir etwas machen und wo wir gerade unterwegs sind. Mittlerweile übersteigt Facebook unsere Homepage in der Wichtigkeit, da wir so eine größere Zielgruppe erreichen. Vor allem auf Facebook haben wir versucht, unseren Internet Auftritt zu optimieren, um unsere Fans und Freunde zu unterhalten und möglichst gut zu informieren.“ Regelmäßige Treffen sind uns nach wie vor wichtig, „und sind immer etwas Besonderes. Auch die immer wiederkehrende Verbindung zu unserer Heimat Pongau und sozusagen zurück zu unseren Wurzeln, ist uns sehr wichtig.“

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Bilder wie von der Ausbildung der Wildwasserretter im Gasteinertal sind wichtig fürs Ehrenamt. Foto: Wasserrettung (Markus Gewolf)

Hilfe fürs Ehrenamt

Die Sozialen Netzwerke sind auch für das Ehrenamt wie Bergrettung, Feuerwehr oder Wasserrettung eine gute und kostengünstige Plattform, um junge Leute anzusprechen und für die Mitarbeit zu begeistern. „Dazu kommt auch die Möglichkeit, die Öffentlichkeit über unsere aktuellen Tätigkeiten und Einsätze zu informieren“, erzählt Markus Gewolf, der Pressesprecher der Wasserrettung. „Allein die Ortsstelle Bischofshofen hat auf ihrer Facebook-Seite über 1.200 Likes. Mit wenigen Klicks ist es möglich, diese große Community zu erreichen.“ Für freiwillige Rettungsorganisationen ist die Suche nach neuen ehrenamtlichen Mitgliedern natürlich sehr wichtig.

„Likes“ sind Gradmesser bei Sozialen Netzwerken.

Ereignisse oder Diskussionen lassen die Zugriffszahlen von so manchen Plattformen in die Höhe schießen – wie es vor nicht allzu langer Zeit etwa auf den Internetseiten „Dorfherold“ der Fall war. Hier wurde einseitig über Werfenwengs Bürgermeister Peter Brandauer diskutiert.

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Devise von Pongau Power: „110% live!“ Foto: Pongau Power

Landjugend „gefällt“

Seit fünf Jahren hat die Landjugend Enns-Pongau ebenso eine Facebook-Seite. Hunderte von Fotos und Beiträgen wurden dort bereits hochgeladen, geteilt und mit „gefällt mir“ markiert. „Wir nutzen das Internet bzw. die Sozialen Netzwerke, um in erster Linie neue, motivierte Jugendliche von uns zu überzeugen, und um so unseren Verein immer wieder durch neue Gesichter aufzufrischen“, meint Eva-Maria Warter, die Schriftführerin. „Für uns ist es auch eine Möglichkeit, die Vielfalt unseres Vereins öffentlich und für viele Menschen zugänglich zu machen. Durch die zahlreichen Fotos und Beiträge können wir unsere Aktivität in den Gemeinden, bei kirchlichen Veranstaltungen, aber auch während Ausflügen oder verschiedensten Landjugend Bewerben, unmittelbar und so aktuell wie es nur geht an die Öffentlichkeit bringen. Das ist eine einfachere Art uns mitzuteilen, denn der Aufwand, der zumeist betrieben werden muss, damit ein mühevoll geschriebener Bericht in einer Zeitung veröffentlicht wird, ist groß. Wir kündigen so auch Veranstaltungen und Bälle an.“

Pongau Power ist eine junge und beliebte Musikgruppe aus der Region. „Unser sehr eigener Stil reicht von Avsenik bis hin zu Eigenkompositionen“, erzählt der Pfarrwerfener Christopher Kratzer. „Dazu kommt auch fetziger Oberkrainer-Sound und stimmliche Leckerbissen. Auch vor modernen Klängen machen wir nicht Halt: Mit E-Gitarre, Schlagzeug, E-Bass und Keyboard verwandelt sich unsere Gruppe in eine virtuose Rockband.“ Social-Media ist für Pongau Power natürlich ein sehr wichtiger Aspekt, um eine gute Reichweite zu erlangen. „Wenn wir also ein Video als Werbezweck posten, ist die Streuung dazu immens und wir haben in kürzester Zeit über tausend Klicks. So werden viele User aufmerksam und folgen unserer Seite. Natürlich teilen wir dort auch neue Fotos oder Termine zu Auftritten ganz unkompliziert.“ Obwohl Mundpropaganda immer noch an erster Stelle komme. Eine Webseite sehen die Musiker als eher schon „zweitrangig“, „da man heutzutage jede Info über Facebook erlangt.“

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