Legenden des Bergsteigens

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Legenden des Bergsteigens

Vor einem Jahr stürzten zwei bekannte und erfahrene Pongauer Kletterer in Kreta beim Abseilen in den Tod. Jetzt, ein Jahr nach ihrem tragischen Unglück, helfen bekannte andere und mit ihnen befreundete Bergsteiger, beim Aufbau einer Bergrettung vor Ort.

Dem Bischofshofener Ausnahmekletterer Albert Precht gelangen über 1.000 Erstbegehungen, die meisten davon im Tennengebirge und im Hochkönig-Massiv. Viele erfolgreiche Touren brachten ihn aber auch in die Granitberge nach Norwegen, Korsika, sowie in den Sandstein Jordaniens und Omans und zuletzt nach Kreta. Hier verunglückte er beim Synchronabseilen mit seinem langjährigen Freund und Seilpartner Robert Jölli.

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Fotos: Walter Aschauer

Precht, der einer der weltweit besten Alpinkletterer unserer Zeit war, lebte eine besondere Kletterethik. Rund 70 seiner Erstbegehungen erfolgten im Alleingang und ungesichert. Die Prechtrouten zeichnen sich aber nicht nur durch hohe Schwierigkeit und spärliche Absicherungen aus, sondern insbesondere durch ihre Eleganz.

„Meine Erstbegehungs-Philosophie ist seit 1970 dieselbe: Bei Erstbegehungen wird nicht gebohrt – und das nicht nur aus sportlichen Gründen. Unsere Gebirgswelt ist eine begrenzte, und eine unbegrenzte Erschließung mit allen Mitteln ist sicher nicht der richtige Weg. Aber einerseits den Menschen urbar gemachte Räume anzubieten, wo man sozusagen Sicherheit findet, und jedoch andererseits den Urzustand der Wildnis gewissenhaft zu schützen, scheint mir ein möglicher Kompromiss. Und als solches sollte man auch die Sanierungen von Routen verstehen“, schrieb Albert Precht in seinem, erst ein Jahr nach seinem tragischen Tod erschienenen Buch „Hochkönig“. „Albert war ein ungemein verlässlicher Partner. Nie hatte ich den Eindruck, dass er nicht weiterkäme“, erinnert sich sein Freund und Bergführer Walter Aschauer. „Seine Marke war, dass er alles genau durchdacht und auch zu Ende geführt hat.“

Aber auch Robert Jölli galt als sehr besonnener und erfahrener Alpinist; er war jahrzehntelang Ausbilder bei Alpinpolizei und Bergrettung und „ein Pedant in Punkto Sicherheit“, so Aschauer.

„Er war mein Vorbild in jeder Beziehung“, so der Chef der Pongauer Alpinpolizei, Manfred Nagl. „Als Bergsteiger war er eine Koryphäe, als Ausbilder und Vorgesetzter wusste er mit den Menschen umzugehen und hatte ein enormes Einfühlungsvermögen für andere. Er war ein Multitalent, ob im Klettern, Skifahren oder Surfen, was er anpackte und machte, tat er mit Perfektion.“

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