Unbenannt-1

MENSCHEN, DIE UNSERE REGION BEWEGEN

„Wir sichern uns die Heimat nicht durch den Ort, wo, sondern durch die Art, wie wir leben.“

Mekka des Jazz in Gastein

Snow Jazz Gastein oder Summer Jazz in the City: Dass Jazz im Gasteinertal stattfindet und Besucher aus dem ganzen Land anlockt, das ist vor allem dem Sepp Grabmaier zu verdanken. Aus einem ehemaligen Sägewerk in Bad Hofgastein machte er einen Jazzclub und lud internationale Jazzgrößen in den Pongau. Viele Jazzliebhaber sind seit Beginn an dabei oder haben sogar eine Jahreskarte für den Jazzclub, in dem 200 Besucher Platz finden. „Man wächst mit der Zeit hinein und die Herausforderungen werden immer größer“, so Grabmaier, der sich auch seinem Stammpublikum im Sägewerk und seinen Sponsoren verpflichtet fühlt, denn es „ist wie eine große Familie, die sich regelmäßig trifft.“ Grabmaier erledigt alle möglichen Aufgaben, die im Jazzclub anfallen, selbst: „Als Hausmeister, Tontechniker, Empfangschef, Ansager, Programmgestalter, Layouter und Webmaster in einem.“

Ende Oktober gibt es eine 15-Jahrfeier mit der Jazz Bigband Graz, auf die man sich schon freuen kann! Die meisten Jazzkonzerte im Kulturzentrum Sägewerk (Angerweg 32, Bad Hofgastein) finden im Winter statt. Im September und Oktober steigen im Sägewerk die Kabarettwochen mit Gregor Seberg, Zieher & Leeb, Joesi Prokopetz, Otto Jaus, Andrea Händler und Gunkl.

Der Pongau bedeutet für mich …

„Sehr schwierig zum Beschreiben. Ich reise sehr gerne und in viele verschiedene Länder, wo ich mich gerne aufhalte, aber ich freue mich nach jeder längeren Reise wieder aufs Heimkommen. Zuhause muss ich mich ja schließlich auch um das kümmern, was ich da in die Welt gesetzt habe.“

Sepp  Grabmaier

Hüttenwirt & Klimaschützer

Einst vielleicht von manchen leicht belächelt, gilt Hermann Hinterhölzl, Hüttenwirt vom Hochgründeck und Initiator vom St. Rupert Pilgerweg, längst als Pionier in Sachen Umweltschutz bei Schutzhütten. Hermann erhielt mittlerweile unzählige Auszeichnungen und Preise, wie auch den Energy Globe Sonderpreis for Lifetime Achievement, Kategorie Erde: mit seinem „Ökosoziales Gesamtprojekt Hochgründeck“. Beim Heinrich-Kiener-Haus, das zu einer ökologischen Schutzhütte umgerüstet wurde, wird Umweltschutz auch auf den Bergen großgeschrieben. Durch den Einsatz zahlreicher Maßnahmen wie Wärmerückgewinnung, einer Grauwasseranlage, einem Holzkochofen und Nutzung von Photovoltaik werden mehr als 10.000 Gäste pro Jahr umweltschonend versorgt. „Natürlich freue ich mich über die vielen Auszeichnungen und sehe mich in meiner Arbeit bestätigt“, so der Hüttenwirt und Klimaschützer. Zuvor war Hinterhölzl 22 Jahre Hüttenwirt des Matrashauses am Hochkönig. Bereits im Jahr 1979 errichtete er am Matrashaus das erste Windkraftwerk. Sein größtes Ziel, das Matrashaus als erstes Haus in Europa mit solarer Wasserstofftechnologie vom Gletscher autonom zu betreiben, war noch nicht erfüllt, als das Schutzhaus 1982 ein Raub der Flammen wurde.

Der Pongau bedeutet für mich…

„Der Pongau ist meine zweite Heimat und hat einen großen Stellenwert für mich. Der Pongau hat in vielerlei Hinsicht eine große geschichtliche Bedeutung, leider wird das teilweise viel zu wenig gesehen. Bereits in den ältesten Salzburger Dokumenten wird diese Region erwähnt.“

Hermann Hinter-hölzl

Kämpferin für Tourismus

Seit über einem Jahr ist die St. Johanner Hotelierin Petra Nocker-Schwarzenbacher WK-Tourismus-Obfrau. Obwohl sie genau in der turbulentesten und schwierigsten Zeit in dieses Amt gekommen ist, bereut sie diesen Schritt „sicherlich nicht“, so die kämpferische Brückenwirtin, die den Betrieb zu einem Vier-Stern-Hotel mit 110 Betten und 25-28 Mitarbeitern ausgebaut hat. Trotz allem will sie weiterhin gegen die Wettbewerbsnachteile der Branche vorgehen: „Es wurde auf eine ganze Branche hingeschlagen. Wir rühmen uns jährlich mit noch höheren Nächtigungszahlen, doch die Belastungen und Auflagen haben für unsere Betriebe ein Maß erreicht, das nicht mehr tragbar ist! Ich bin seit 1992 selbständig und habe in dieser Zeit viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mir über Jahre treu geblieben sind. Glauben Sie, dass diese das tun würden, wenn sie bei uns ausgenützt werden würden?“

Und zum Thema Schwarzgeldkonto: „Das gibt es doch schon lange nicht mehr. Wir haben doch alle selbst ein Interesse daran, dass unsere Schanksysteme ordentlich abgerechnet werden. Leider werden wir nicht entsprechend wertgeschätzt. Ich weiß, wo der Schuh drückt und sehe es daher auch als meine Aufgabe an, die Freude am und mit dem Tourismus in Österreich wieder spürbar zu machen.“

Der Pongau bedeutet für mich …

„Heimat. Auch in dem Sinne, dass ich hier meine Homebase habe. Es ist sehr wichtig, dass wir unsere Wurzeln nicht vergessen, aber trotzdem unsere Flügel benützen – auch um viele Menschen in unsere schöne Gegend zu bringen.“

Petra Nocker-Schwarzen-bacher

„Tradition pflegen und Zeitgeist leben“

Das ist das Motto der Hutmacherei Zapf in Werfen. Pongauerinnen und Pongauer kennen natürlich die kleine Manufaktur, gegründet im Jahr 1893. Theresia Bartolot (geborene Zapf) und Geschäftsführerin des letzten Hutmachergewerbes im Land Salzburg: „Ich bin jedes Jahr auf Messen wie in Paris und Florenz und wir verschließen uns nicht vor neuen Trends.“

Daher wundert es nicht, dass zu den Kunden neben dem traditionsbewussten Jäger auch die modische Lady aus Tokio gehört.

„Über 50 Prozent geht in den Export unserer Hüte, denn sogar in Japan, Südengland oder Amerika werden Zapf-Hüte mit Stolz getragen. Hergestellt werden die Hüte von zehn Mitarbeitern, Frau Bartolot kümmert sich um die persönliche Beratung ihrer Kunden und Kundinnen.

„Es muss nicht das Zapf-Logo am Hut erkennbar sein. Viel wichtiger ist uns ein zufriedener Kunde.“ Und diese kommen gerne nach Werfen, um ihren Hut selbst zu probieren, denn „ein Hut muss passen“, so Theresia Bartolot.

Der Pongau bedeutet für mich …

„Heimat. Aber auch wenn wir Innergebirg leben, so blicken wir über die Bergspitzen hinaus in die Welt. Ich bin mir bewusst, dass ich mit der Führung des Handwerksbetriebs auch eine Verpflichtung habe. Ich bin stolz darauf, Pongauerin zu sein.“

Theresia Bartolot

Höhenflug durch Innovation

D

ie Gesamtkosten des Heliport-Neubaus betrugen über sieben Millionen Euro. Doch nun findet sich in St. Johann einer der modernsten Helikopter-Landeplätze Europas. Dazu kommen neue Aufenthaltsräume für Rettungscrews, ein großes Ersatzteillager und ein Bürotrakt. Verbesserungen gab es nicht nur für die 40 Mitarbeiter und die Rettungscrew, sondern auch für die Anrainer durch neue Lärmschutzmaßnahmen. „Als mein Vater 1997 verunglückt ist, habe ich aus der Garage meiner Eltern heraus den Betrieb geführt. Die Hubschrauber waren bei befreundeten Bauern untergebracht.“ Faire Zusammenarbeit wurde Knaus zu Beginn oft verweigert, doch nach vielen Rückschlägen hat sich seine Firma sehr gut entwickelt: Das Unternehmen mit Standorten in St. Johann, Saalbach-Hinterglemm, Karres bei Imst, Hochgurgl, Matrei, Mayrhofen und im Winter im Enns-Pongau kombiniert – für Österreich einzigartig – Rettungs- und Transportflug, Wartung, Entwicklung und Verwaltung an einem Ort. Im Transportbereich sind Wildbachverbauer, Seilbahnunternehmen, Bundesbahnen und Energiewirtschaft Hauptkunden. „Wir machen auch viel in der Maschinenwartung und verchartern ins Ausland.“ Das Unternehmen feiert mit der Fertigstellung des Neubaus gleichzeitig sein 33-jähriges Jubiläum. Neben dem Firmenjubiläum feiert der stolze Vater auch den ersten Geburtstag von Roy jun.

Der Pongau bedeutet für mich …

„Meine Heimat, wo ich aufgewachsen und zur Schule gegangen bin. Ich bin immer viel unterwegs und hier ist mein Rückzugsort und der Platz, wo ich begonnen habe und etwas aufgebaut habe, für das ich mich verantwortlich fühle.“

Roy Knaus

Der Hochzeitslader

Seit September 2003 ist der Tourismuschef von Dienten, Gerhard Ottino, leidenschaftlicher Hochzeitslader – einer der vielen immer mehr gefragten „Regisseure von Hochzeiten“ in unserer Region. „Ein Hochzeitslader hat die Aufgabe, den Hochzeitstag bis zur letzten Stunde perfekt zu organisieren. Schon bei den Hochzeitsvorbereitungen steht er dem Brautpaar mit Rat und Tat zur Seite.“  So kümmert sich Ottino um den punktgenauen Ablauf der Hochzeit, welchen er mit dem Brautpaar gemeinsam bespricht und ist überall zur Stelle, wo Unklarheiten entstehen. Seine Aufgabe ist es aber auch, dass die Braut vom Brautstehlen wieder pünktlich zur Hochzeitsgesellschaft zurückgebracht wird. Wenn die Hochzeitsfeier mit dem Brauttanz offiziell beendet ist, ist auch die Arbeit des Hochzeitsladers getan und der Hochzeitslader bekommt vom Brautpaar als Dank für seine Tätigkeit ein Stoffband mit den Initialen des Brautpaares für seinen Hochzeitsladerstock überreicht. Sollte ihm übrigens sein Hochzeitsladerstock, den er immer mitführen muss, gestohlen werden, so muss er diesen auslösen. „Das ist mir aber nur am Anfang öfters passiert“, lacht Gerhard Ottino.

Der Pongau bedeutet für mich …

„Da sind wir aufgewachsen und da fühle ich mich zuhause. Ich empfinde unsere Heimat und Region als großes Glück, um das uns sehr viele Menschen beneiden. Für mich hat Heimat eine große Bedeutung und oberste Priorität – nicht nur als Touristiker.“

Gerhard Ottino

Superadler Stefan Kraft

Nahezu den ganzen Sommer ist unser „Krafti“ in der Vorbereitung für die kommende Saison gewesen.  „Natürlich blieb neben dem Training auch etwas Zeit, um mal aufn Berg zu gehen oder mit Freunden zu grillen.“ Sein Ziel für die kommende Saison: wieder ganz vorne mitzumischen und für Österreich springen. „Es wird sicher nicht einfach, aber ich bin guter Dinge und werde alles geben. Bei der Skiflug WM am Kulm wäre eine Medaille (Team oder Einzel) ein großes Ziel.“ Stefan Kraft, der beim Bundesheer als Heeressportler angestellt ist, kann sich so komplett auf sein Training konzentrieren. „Zur Zeit konzentriere ich mich voll und ganz auf den Sport, aber mache mir natürlich schon Gedanken, was für mich sonst interessant wäre.“  Auch abseits der Schanzen ist der 21-jährige Krafti übrigens ein richtiger Adrenalin-Junkie. Ob beim Bungee-Springen von der Europabrücke oder beim Paragleiten mit Florian Hasenauer, kennt Stefan keine Scheu. Privat ist bei ihm alles beim Alten. Neben all der Action lässt sich Stefan gerne Zuhause bei der Familie und seiner Freundin Marisa, bei denen er stets Rückhalt findet und sich entspannen kann, verwöhnen: „Bin super glücklich mit meiner Freundin und meiner kleinen feinen Wohnung. Mit einem Haus(bau) werde ich sicher noch ein bisschen warten …haha …“

Der Pongau bedeutet für mich …

„Der Pongau ist meine Heimat, wo ich mich sehr wohl fühle und immer wieder Energie tanke, wenn ich zu Hause bin. Und zum Energie tanken bietet der Pongau ja ziemlich alles von A-Z (Berge, Seen, Kino, gute Restaurants und viel Sonne). Auch die ganzen Menschen, die sich mit mir mitfreuen bzw. mitfiebern. Das find ich richtig cool und das motiviert mich sehr.“

Stefan Kraft

Alle Beiträge aus Gesellschaft & Kultur


Facebook Icon