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Stadt der Lebensfreude

Amsterdam ist für Touristen sicher eine der beliebtesten Städte Europas. Und sie ist es auch wert, besucht zu werden. Die Mischung aus dem historischen Flair des 17. Jahrhunderts, modernen Einflüssen und die offene Mentalität s einer multikulturellen Bewohner machen Amsterdam so anziehend. Sehenswürdigkeiten reihen sich aneinander, die Lebenslust ist überall spürbar und die Stille der Grachten öffnet die Sinne.
Ein Artikel von René Herndl

Der Name Amsterdam stammt übrigens aus dem 12. Jahrhundert: Damals wurde ein „Damm“ im Fluss Amstel angelegt. Der berühmte Grachtengürtel der Haupt-stadt der Niederlande entstand Ende des 16. Jahrhunderts bis Anfang des 17. Jahrhunderts als Projekt für eine neue Hafenstadt. Dieses Netzwerk an Kanälen in der Altstadt war ursprünglich mit der Ausdehnung der Stadt verbunden, weshalb Sumpfland trockengelegt wurde. In den aufgefüllten Zwischenräumen entstanden städtische Strukturen mit den berühmten Giebelhäusern. Und eben diese machen gemeinsam mit den engen Straßen und Grachten die Gemütlichkeit und die Intimität dieser Stadt aus. Außerdem bietet keine andere europäische Stadt so viele Sehenswürdigkeiten und Museen pro Quadratmeter. Darüber hinaus ist Amsterdam auch eine Blumenstadt – die sind allgegenwärtig, abgesehen vom traumhaften Blumenmarkt – und eine Stadt der Radfahrer. Hier ein ideales Fortbewegungsmittel.

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Fotos: Amsterdam Tourismus

Sehenswürdigkeiten

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Amsterdams gehören das Rijksmuseum, das Van Gogh Museum, das Anne Frank Haus, das Stedelijk Museum (Eröffnung 2011), die Hermitage Amsterdam, der Zoo Artis, verschiedene Diamantenschleifereien sowie die vielen Bars und Cafés. Auch eine Grachtenrundfahrt durch die historischen Kanäle sollte man sich nicht entgehen lassen, nicht nur, weil man so einen besseren Ausblick auf die historischen Häuser und Straßen bekommt, auch weil man so feststellen kann, dass sich hier ein gewisser Teil des Lebens auf dem Wasser abspielt. Da kann man schon so manches schöne Hausboot sehen, das sich hinsichtlich Exklusivität wie eine Luxuswohnung ausnimmt. Übrigens gehört der Grachtengürtel zum Weltkulturerbe der UNESCO. Weitere berühmte Sehenswürdigkeiten sind das Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds, der Königliche Palast auf dem Dam, das Amsterdams Historisch Museum, das Rembrandthaus und der Stadtteil Rosse Buurt mit seinen vielen Ausgehmöglichkeiten. Eine besonders schöne Art, die Stadt kennen zu lernen und einmal mit anderen Augen zu sehen, ist es, sich ein Fahrrad zu leihen und auch da oder dort einfach stehen bleiben zu können.

Auf dem Achterburgwal wurden die rot beleuchteten Fenster in den letzten Jahren zwar deutlich weniger, aber es ist immer noch ein Erlebnis, hier vorbei zu wandern. Lebensfreude und Kultur kommen dort auch unter dem Namen „Redlight Fashion“ zusammen. Im Viertel De Wallen sind in den Schaufenstern neben leicht bekleideten Damen auch die Kreationen niederländischer Jungdesigner zu finden. Neben den Bordellen, Coffee-Shops (ein Joint in Ehren…) und Imbissbuden findet man Ateliers, die die Atmosphäre des Viertels prägen und es scheint, dass die Nachbarinnen der Designer für außerordentliche Inspiration sorgen, denn schließlich sind viele Entwürfe für den weiblichen Körper bestimmt. Das sagen zumindest einige Kreative und so ist ein Blick aus dem Fenster manchmal gar nicht so verkehrt. Wer also auf der Suche nach einem extravaganten Kleid ist, sollte einfach mal den Weg in Richtung Rotlichtviertel einschlagen.

Gracht-42.jpg_300Leichtigkeit des Seins

In Amsterdam wird Toleranz gelebt: Die Offenheit und direkte Art der Einwohner machen die Straßen, Märkte und Cafés lebendig. Diese Stadt ist eine Multikulti-Metropole mit gemütlichem Flair, wo Leichtigkeit und Lebensfreude ansteckend wirken. Deshalb muss auch (mindestens) ein Besuch in einigen „braunen“ Kneipen (Bruine Cafés) auf dem Programm stehen. Wände und Decken sind vom Alter und Tabakrauch verfärbt, ein paar historische Prunkstücke werden gehegt und es gibt keine Musik. In diesen Kneipen mit ihrer charakteristischen dunklen Einrichtung, findet man die typische Amsterdamer „Gezelligheid“. Hier trinken die Amsterdamer nicht nur nach der Arbeit ihr Bier und man kommt sofort in eine intensive Plauderei, die nicht selten in einen langen Abend mündet.

Amsterdam hat eine lange und reiche Kneipen-Tradition. Schon im 17. Jahrhundert gab es zahllose Trinkhallen samt Probierstuben, wo man einst umsonst die diversen alkoholischen Getränke probieren durfte, bevor man eine oder mehrere Flaschen kaufte. In Amsterdam gibt es noch immer Probierstuben, der Eigentümer verlangt jetzt jedoch eine Vergütung für das „Testen“ seiner Spezialitäten aus dem Fass. Eine der wohl bekanntesten Kneipen Amsterdams ist das Café Hoppe mitten in der Altstadt (den Weg dorthin kann einem jeder zeigen),  berühmt für die Menschenaufläufe, die hier bei gutem Wetter auf dem Gehsteig stattfinden. Ein altes, kleines Lokal mit großem Ruf ist „De Drie Fleschjes“ („Die drei Flaschen“), seit 1816 die Probierstube von Hendrik Bootz. Die an der Wand aufgereihten Fässer, die Enge der Stube, die Freundlichkeit der (Stamm-)Gäste und die angebotenen Getränke lassen es meist nicht bei nur einem Glas bewenden. Weitere Punkte auf der Hitliste alter Kneipen sind das Café Chris, das „Roest“ oder das Café de Dokter, die definitiv kleinste Bar Amsterdams.  Verwirrend ist mitunter der Trinkjargon des Amsterdamers, der ungemein viele Vokabeln kennt, um ein Glas Bier oder Jenever zu bestellen. Dann gilt für Touristen meist der Vertrauensgrundsatz, aber wenn die Holländer wollen, können sie meist ganz gut auf Deutsch parlieren.

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Rijksmuseum

Kultur und Moderne

Auch wenn das Vergnügen in Amsterdam noch so lockt, so sollte man keinesfalls einen Besuch eines Blumenmarktes versäumen, und schon gar nicht zumindest ein oder zwei der berühmten Museen dieser Stadt besuchen, etwa das Van Gogh Museum. Dieses Museum zeigt auch eine eindrucksvolle Sammlung an Kunstwerken von Van Goghs Freunden und Zeitgenossen,  z.B. Gauguin und Toulouse-Lautrec, aber auch ältere Künstler, die von Van Gogh bewundert wurden, wie z.B. Leon Augustin L‘hermitte und Jean-François Millet. Auf dem Weg dorthin lohnt sich eine Wanderung durch die Spiegelstraat, eine Antiquitätenkunstmeile, die ihresgleichen sucht. Die Stadt lockt immer wieder mit ihren verborgenen Schätzen, von der versteckten Dachboden-Kirche über verschiedene Untergrundfestivals bis zur ältesten jüdischen Bibliothek der Welt. Und so ganz nebenbei hat Amsterdam auch eine ganze Menge moderner Architektur zu bieten, die zwar nicht in der Altstadt zu finden ist, aber ganz sicher inspirierend wirkt.

Und wer ganz tief in die moderne holländische Seele eintauchen möchte, der sollte in einen Musikladen gehen, nach dem holländischen Musikstar René Froger fragen und sich eine CD kaufen.

Weitere Informationen zu Amsterdam finden Sie unter www.iamsterdam.com, www.timeout.com/amsterdamwww.amsterdam.info

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