iStock-622198068_red

Traumhafte Gartenlandschaft einfach gemacht

Ein Garten, in dem alles farbenfroh wächst und gedeiht, bereitet im Alltag große Freude. Mit diesen Tipps gelingt der Wunsch vom bunten Gartentraum.
Ein Artikel von Christine Gnahn

Wer einen Garten sein Eigen nennen darf, hat großes Glück – doch wer in ihm die farbprächtige Natur zum Erblühen bringen möchte, steht vor einer ganz eigenen Wissenschaft. Damit dieses Vorhaben gelingt, weihte uns Gärtnermeister Marco Voithofer vom Maschinenring Österreich in einige Geheimnisse des Gärtnerns ein. „Zuerst sollte man den Boden im Garten prüfen“, erklärt Voithofer. In erster Linie gehe es dabei um die Wasserdurchlässigkeit. „Es darf zu keiner Staunässe kommen. In unseren Breiten ist ein typischer Lehmboden weit verbreitet, in diesem Fall muss man mit Kies und Sand die Wasserdurchlässigkeit herstellen.“ Wichtig sei aber auch, wie viele Nährstoffe im Boden vorhanden sind und wie hoch der pH-Wert des Bodens ist. Ermitteln lässt sich dies über eine Bodenprobe in einem entsprechenden Labor. Je nach Bedarf lässt sich der Rasen um Nährstoffe erweitern.

Marco Voithofer Gärtnermeister Maschinenring

Marco Voithofer
Gärtnermeister Maschinenring

Farbenpracht das ganze Jahr über

Im Frühling, sobald kein Bodenfrost mehr im Oberboden vorhanden ist, kann das Gärtnern beginnen. „Um den Garten interessant zu gestalten, bedient man sich am besten an der Vielfalt der Pflanzenarten“, so Voithofer, „dazu zählen Bäume, Sträucher, Coniferen, Obstgehölze, Wildobst, Rosen, Bodendecker, Stauden, Blumenzwiebel und sogenannte einjährige Pflanzen.“ Wer bereits im Winter ein paar Blüten sehen wolle, sei mit Sträuchern gut beraten. „Im Februar blüht beispielsweise die Hamamelis mollis – die Zaubernuss – oder der Viburnum bodnantense ‚dawn’ – der Winterduft-Schneeball.“ Als schöne Frühjahrsblüher folgen kurze Zeit später beispielsweise die Goldglöckchen, der Dirndlstrauch, die Pfaffenhütchen, Schneeglöckchen, Schneerosen, Akalei und Pfingstrosen. Im Sommer und Herbst wiederum erfreuen die Purpurglöckchen, die Funkie, der Knöterich, die Prachtscharte, die Kokadenblume, der Sonnenhut und der Staudenphlox die Gemüter. Dabei wächst aber keinenfalls jede Pflanze an jedem Ort gleich gut. „Die Bodenbeschaffenheit und der Standort der Pflanzen sind die zwei wichtigsten Faktoren beim Gärtnern“, so Voithofer, „während die einen Pflanzen viel Sonne brauchen, gedeihen die anderen nur im Schatten oder Halbschatten.“

Die perfekte Pflege

Um die Pflanzen nachhaltig mit Nährstoffen zu versorgen, seien gut reifer Kompost und organischer Dünger geeignet, weniger hingegen mineralische Dünger, erklärt Voithofer. Ausgelaugte, oder falsch gelagerte Böden, in denen die Bodenlebewesen stark reduziert sind, solle man vor dem Bepflanzen mit speziellen Bodenhilfsstoffen, sogenannten Bodenaktivatoren, behandeln.

„Zwei- bis viermal im Jahr sollte gedüngt werden. Das letzte Mal im August. Danach sollte nur noch mit Kalium gedüngt werden.“ Gießen solle man seine Pflanzen abhängig von der Witterung und der jeweiligen Pflanzenart – jedenfalls aber stets früh am Tag. „So ist die Pflanze bis zur Nacht trocken. Dadurch kommt es zu weniger Pilzbefall und weniger Schnecken.“ Eine schöne Rasenflache benötige etwa wöchentlich zweimal 15 bis 20 Liter Wasser pro Quadratmeter – ob durch Regen oder durch Gießen.

„Es ist wichtig, sich über die individuellen Bedürfnisse jeder Pflanzenart zu informieren und die Pflanzen artgerecht zu pflegen“, so Voithofer, „wenn Sie die Arbeit richtig machen, dann werden Sie
als Gartenbesitzer jahrzehntelang Freude an ihrer grünen Oase haben.“

Bilder oben: Maschinenring; unten: Maksim Pasko – Fotolia.com
Fotolia_138218949_Subscription_Monthly_XXL
o-neundlinger
Foto: Oliver Neundlinger

Ein ganz wesentlicher Punkt für das Wachstum unserer Pflanzen ist die Bodenvorbereitung. In letzter Zeit wird die Bodenaufbereitung leider viel zu oft vernachlässigt, was sich sichtbar negativ auf das Pflanzenwachstum auswirkt. Nachbesserungen im Bodenbereich sind teilweise kaum, oder nur mit sehr großem Aufwand möglich. Deshalb ist es ratsam vor jeder Pflanzung langfristig und nachhaltig zu planen und die besten Voraussetzungen für gesundes und vitales Pflanzenwachstum zu schaffen.

Oliver Neundlinger, Gartengestaltung Neundlinger

k-sailer
Foto: Karl Sailer

Einmal im Jahr sollte man den Rasen vertikutieren und dabei den alten Rasenfilz entfernen. Der Sauerstoffaustausch für die Pflanzen funktioniert so wieder besser. Man sollte den Rasen allerdings nicht gleich im Frühjahr vertikutieren, sondern erst nach einer Düngung und nach dem zweiten, oder noch besser nach dem dritten Rasenschnitt. Die Vertikutiertiefe sollte dabei 0,5 – 1 cm betragen – je nach Ebenflächigkeit des Bodens. Beim Vertikutieren sollte der Boden nicht zu trocken und auch nicht zu feucht sein.

Karl Sailer, Karl Sailer Gartenarchitektur & Naturpoolbau

winkelmann
Foto: Baum Garten Landschaft Winkelmann

Bei zu erwartendem Schädlingsansturm sollte man schon früh vorbauen und die Pflanzen mit organischem Dünger stärken (funktioniert auch auf Schnee gestreut). Später kann man noch mit Kieselsäure wie Brennnessel oder Schachtelhalm, als Pulver oder Tee angesetzt, nachwirken. Bei akutem Befall helfen entsprechende lebende Nützlinge.

Christoph Winkelmann, Baum Garten
Landschaft Winkelmann

Alle Beiträge aus Wohnen & Design


Facebook Icon