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„Wir sind Österreichs Schneepflug“

Ski amadé gehört mit seinen fünf Regionen und 760 Pistenkilometern zu Österreichs größten Skigebieten.
Ein Artikel von Maria Riedler, Redaktion Pongau

Es sind beeindruckende Zahlen: Insgesamt können in Ski amadé in einer Stunde 365.000 Personen transportiert werden – mit 90 Sesselbahnen, 47 Kabinenanlagen, 81 Schleppliften und 52 Übungsliften. Um diese technischen Strukturen zu warten und auszubauen, werden in der kommenden Skisaison wieder 68 Millionen Euro investiert. Davon gehen 29 Millionen Euro in den Ausbau der Beschneiungsanlagen. Viel tut sich in Ski amadé, denn heuer wurde etwa unter dem Namen „Snow Space Salzburg“ eine neue Marke für die eigenständige Gesellschaft der Bergbahnen St. Johann, Wagrain und Flachau geschaffen. Gebaut wird dort die Flying Mozart vom Wagrainer Ortszentrum auf das Grießenkar. Eine neue Bahn von der Flying Mozart-Bergstation auf den Frauenalmsattel in Kleinarl führt zum Zusammenschluss von „Snow Space Salzburg“ mit dem Skigebiet Shuttleberg Flachauwinkel-Kleinarl. Investiert wird weiters auch bei der Sonntagskogelbahn und in die erste Umsetzungsphase für das Projekt zur neuen Schlossalmbahn in Gastein. „Natürlich sind richtiges Augenmaß und kluge Investitionen gefragt“, so der Ski amadé Präsident Georg Bliem, „denn braucht es wirklich überall beheizte Sessellifte oder Bubbles? Da müssen wir auch kritisch bleiben und uns vor allem untereinander keine große Konkurrenz machen.“ Die Seilbahnen seien eine Lebensader der Region: „Wir haben auch eine große Verantwortung bei jeder neuen Entwicklung. Bergurlaub muss attraktiv bleiben, daher findet natürlich auch bei uns eine lebhafte Diskussion dazu statt.“

Smarte Neuerungen

Beschneiung und neue Speicherteiche gehören aber zum modernen Skigebiet dazu: „Wir haben hier international einen hervorragenden Ruf. Man muss nur bedenken, dass bis zur Umsetzung eines neuen Speicherteiches etwa über 200 Behördenverfahren nötig sind. Wir wollen natürlich damit auch die Landschaft bereichern, denn der Sommertourismus wird für die Bergbahnen ebenfalls immer wichtiger. Alte Teiche müssen aufgerüstet, Leitungen in den Boden verlegt und Schneekanonen im Sommer abmontiert werden.“

Seit 2015 können Skifahrer in Ski amadé etwa die „Smart Ski Goggles“, eine Daten-Skibrille mit Live-Navigationssystem, testen. Oder die „Ski amadé Guide“-App, bei der eine Geokarte integriert ist oder auch eine Timeline, die den Skitag mit gefahrenen Höhenmetern, Geschwindigkeit, Pistenkilometern und sogar verbrauchten Kalorien chronologisch aufzeichnet.

Online nach günstigen Angeboten der Skiregion zu schauen, das ist ohnehin ein Tipp von Bliem, denn hier fänden sich neben günstigen Ticketpreisen für bestimmte Wochenenden auch Angebote für Familien. Neu ist etwa das Familienticket in Snow Space Salzburg, das für zwei Erwachsene und zwei Kinder an den Wochenenden 129 Euro kostet.ski-amade-landschaft-und-misc-04--c--ski-amade-lanxx.at

„Es braucht viel Hirnschmalz“

Herr Bliem, Sie sind seit einem Jahr Präsident dieses großen Skigebietes. Wie geht es Ihnen mit dieser Herausforderung?

„Danke gut. Es ist eine schöne Aufgabe mit vielen gesellschaftlichen Änderungen, Planungen und ständigen Neuerungen, etwa in der Digitalisierung.“

Was sind die wichtigsten Punkte an aktuellen Neuerungen?

„Die Latte liegt bei uns hoch. Wir bieten hier in Ski amadé ein hervorragendes Produkt, das es aber immer noch zu verbessern gilt. Ich denke hier z. B. an die Digitalisierung, wo wir österreichweit eine Vorreiterrolle einnehmen oder etwa an das Online-Ticketing-System, an den Online-Skiverleih, die Digitalisierung der Online-Parkplatzsuche und vieles mehr, wo es immer Verbesserungen braucht und wir Österreichs Schneepflug sein wollen.

Hier müssen wir vieles selbst entwickeln, dazu braucht es auch viel Hirnschmalz.“

Ist „Crowdfunding“, also die Bürgerbeteiligung an Seilbahnen, wie etwa in Gastein, wo dieses Angebot offenbar ins Schwarze traf, ein weiterer neuer Weg bei Investitionen?

„Die Seilbahnen sind Lebensader einer ganzen Region. Hier geht es oft nicht nur um die finanzielle, sondern auch um die ideelle Bedeutung, auch für nächste Generationen.“

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Zahlen & Fakten Ski amadé

• 7,12 Mio. Nächtigungen

• 1,44 Mio. Gäste-Ankünfte

• 7,53 Mio. Erstgast-Eintritte

• 2,8 Mio. verkaufte Skitickets

• mehr als 78 Mio. Liftfahrten (Beförderungen)

• 1.880 direkt Beschäftigte bei den Ski amadé  Partnergesellschaften, davon 830 ganzjährig

• 90 % der Pistenflächen in Ski amadé, das sind ca. 684 Pistenkilometer, sind maschinell beschneibar

• Über 4.000 Beschneiungsgeräte erzeugen rund 15 Mio. m³ maschinellen Schnee

• Schneeproduktion nur aus reinem Wasser und Luft nach österreichischem Reinheitsgebot

• Winter 2016/17: In Ski amadé war die vergangene Saison von Anfang Dezember bis Ende April die Talabfahrt durchschnittlich an 122 Tagen möglich

• Kosten für einen m³ maschinellen Schnee: ca. € 3,25

• Anteil Beschneiungskosten an Gesamtkosten: ca. 25 %

• Durchschnittlicher Erlös pro Skitag: ca. € 31,00

• Pro Skitag/Skiticket werden durchschnittlich ca. € 7,70 für die maschinelle Beschneiung aufgewendet

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ski-amade-learn2ski-02Skilehrerper Mausklick buchen

Zwei Pongauer stehen hinter der Gründung einer erfolgreichen
Online-Buchungsplattform für Wintersportaktivitäten.

Durch die rasante Entwicklung von Smartphones und dem mobilen Internet, stehen Ski-Sportlern eine Vielzahl an nützlichen Apps zur Verfügung. Eine neue, große Online Buchungsplattform für Wintersportaktivitäten in Europa wurde von zwei Pongauern gegründet: CheckYeti wurde von Stefan Pinggera und Georg Reich in Österreich und der Schweiz gegründet. Vom Kinder-Skikurs über Snowboard-Stunden bis hin zur Freeride-Tour kann auf CheckYeti der gewünschte Kurs oder Privatskilehrer nach individuellen Bedürfnissen gefunden, verglichen und sofort gebucht werden. Dabei werden die Angebote lokaler Skischulen, Skilehrer und Bergführer in den beliebtesten Skigebieten Europas durchsucht. Kundenempfehlungen helfen bei der Auswahl.

CheckYeti räumte ab

In den Medien waren die beiden Gründer aufgrund ihres Auftrittes in einer Staffel der Puls4 Startup-Show „2 Minuten, 2 Millionen“, wo sie sich ein 700.000 Euro schweres Rekord-Investment sicherten. Mit diesem neuen Kapital und dem Know-how der Geldgeber soll CheckYeti weiter ausgebaut werden. Pinggera: „Wir wollen die 700.000 für Marketing in den Endkundenmärkten einsetzen. Vor allem in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich. Wir arbeiten dort bereits mit relevanten Plattformen zusammen, die uns in der Zielgruppe weiter bekannt machen. Außerdem wollen wir neue Märkte erschließen. In den Top-Skigebieten haben wir bereits eine Abdeckung von 80 Prozent, im französischen Markt sind wir auch schon präsent, Italien und Süddeutschland wollen wir noch erobern. Es gibt noch viel zu tun.“

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Foto: CheckYeti

Wer sind die Gründer?

Die beiden 33-jährigen Pongauer, Georg Reich (aus St. Johann) und Stefan Pinggera (geboren in Bischofshofen) kennen sich seit ihrem 10. Lebensjahr. Gemeinsam haben sie die Unterstufe im Gymnasium St. Rupert besucht und in derselben Klasse in der HAK in St. Johann maturiert. „Auch das Bundesheer – in der Krobatin Kaserne in St. Johann – haben wir gemeinsam absolviert“, sagt Stefan Pinggera. Da lag eine gemeinsame Firmengründung fast auf der Hand. Noch immer findet man die beiden gebürtigen Pongauer oft in ihrer Heimat bei den Eltern und beim Skifahren: „Bei uns sind einfach die schönsten Ski-gebiete“, schmunzelt Pinggera.

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